Als ich mal wieder in den Play-Store ging erblickte mein Auge etwas, was mein Herz höher schlagen ließ: "Fallout Shelter". "Fallout" - eine Spielreihe, die mich seit meiner Jugend begleitete. Ein Schlagwort, was ich bereits X-Mal in die Suchfunktion eingetickert hatte, in der Hoffnung, dass sich irgend jemand erbarmt und etwas brauchbares kreiert hat. In Erinnerungen schwelgend drückte ich voller Erwartung den Install-Button und wartete in bester Hoffnung darauf, dass die Daten auf mein Smartphone gesaugt wurden...

 

Das Spiel

 

In einem Tutorial wird einem kurz die Funktionsweise des Spiels erklärt. Man baut einen Vault, der drei Ressourcen benötigt: Energie, Nahrung, Wasser. Je mehr Räume man baut, umso mehr Energie benötigt man. Nahrung und Wasser sind für die Bewohner. Und um die geht es schließlich.

 

Die Bewohner sind im klassischen Fallout-Comic-Stil dargestellt, während die einzelnen Vault-Räume in passabler 3D-Grafik daherkommen. Weist man den Bewohnern eine Arbeit zu, passen sie sich in den Raum perfekt ein, so dass ein optisch anspruchsvolles Gesamtbild entsteht.

 

Zudem hat jeder Bewohner individuelle Attributswerte, identisch mit denen aus den Fallout-RPGs. Je nach Arbeitsstation wird eines von denen benötigt. Je besser, umso schneller werden die Ressourcen produziert.

 

 

Das Spiel ist etwas weniger anspruchsvoll. Man baut Räume, die entweder etwas produzieren, etwas lagern oder die Bewohner trainieren. Hat man den Raum gebaut kann man ihn bis zu zweimal vergrößern und bis zu zweimal verbessern.

 

Neue Bewohner bekommt man zum einen durch eine Radiostation, zum anderen dadurch, dass man Männlein und Weiblein gemeinsam die Unterkünfte als "Job" zuweist. Es ist schon witzig anzusehen, wenn drei Pärchen gleichzeitig durch die selbe Tür in den Hinterräume verschwinden und anschließend drei rundliche Frauen wieder in den Vordergrund treten.

 

In regelmäßigen Abständen steigen die Bewohner in ihren Stufen auf, was ihre Lebenspunkte verbessert. Da gibt es Kronkorken, die klassische Fallout-Währung. Selbstverständlich immer zu wenig.

 

 

Die Bewohner können auch mit neuer Kleidung, Rüstung und Waffen ausgestattet werden, die man auf Expeditionen ins Ödland finden kann. Die Expeditionen sind spieltechnisch sehr simpel gehalten. Man schickt einen Bewohner los und sollte ihn wieder zurückholen, bevor er von Rad-Skorpionen, Hunden oder Todeskrallen um die Ecke gebracht wurde.

 

Ein wenig Action gibt es immer dann, wenn ein Feuer ausbricht, der Vault angegriffen wird oder Ungeziefer wie Rad-Kakerlaken sich breit machen. Dann heißt es so schnell wie möglich die passenden Bewohner in die richtigen Räume zu schicken und bei Bedarf mit den selbst produzierten Stim-Packs zu versorgen.

 

 

Die In-App-Käufe

 

Das Spiel ist kostenlos, aber es besteht die Möglichkeit für jeweils rund 1 Euro ein "Überraschungspaket" mit 4 Goodies (Ausrüstung, Kronkorken, Ressourcen, Bewohner etc.) zu kaufen. Alternativ kann man auch einen Roboter zum selben Preis kaufen, der einem das Einsammeln der Ressourcen für eine Etage abnimmt.

 

 

 

Fazit

 

Das Spiel sieht grafisch sehr schön aus, die Hintergrundmusik ist im Stil der 50er Jahre und komplettiert so das altbekannte Fallout-Feeling. Was aber eindeutig fehlt, ist eine gewisse Komplexität. Man verschiebt seine Bewohner, trainiert sie, rüstet sie aus und schickt sie ab und zu ins Ödland für einige Stunden. Nichts, was einen länger fesseln könnte. Das Preis-Leistungsverhältnis der In-App-Käufe ist in Ordnung, für den investieren Euro wird einem nicht sehr viel geboten und man kommt auch ohne dem im Spiel gut weiter.

 

Technisch funktioniert es einwandfrei, sofern man mindestens 1 GB Arbeitsspeicher hat. Weniger wird nicht unterstützt. Aufgrund der kleinen Darstellung empfiehlt sich mindestens ein 7-Zoll-Display, ist es kleiner entpuppt sich das Spiel als ganz schöne Friemelarbeit.

 

Gesamtbenotung: befriedigend

 

Ich sage: nett, aber langweilig. Bei dem Namen erwartet ich mehr.

 

http://bethsoft.com/de-de/games/fallout_shelter



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