Lange wurde es erwartet und nun ist es endlich da. Der Exklusiv-Titel für die Playstation 4 verspricht viel Spannung, Horror und ein neues kreatives Spielelement.

 

Story

 

In einer Berghütte auf dem Mount Washington treffen sich zehn Freunde, um eine tolle Zeit zu haben. Durch einen dummen Streich gehen die beiden Zwillinge Beth und Hannah auf dem verschneiten Berg verloren.

 

Ein Jahr später lädt ihr Bruder Josh die restlichen sieben Freunde zu einer Gedenkfeier erneut auf die Berghütte ein. Was als ein schönes Beisammensein anfing, wird jedoch schnell zu einem Horrortrip. Denn ein verrückter Unbekannter macht Jagd auf die Jugendlichen.

 

 

Das Spiel

 

Wie man ja nun mitbekommen hat, bin ich ein großer Film-Fan und ich liebe Horrorfilme. Darum habe ich mich unglaublich auf dieses Spiel gefreut. Soviel sei gesagt: Ich wurde nicht enttäuscht. 

 

Fangen wir mal mit den acht Jugendlichen an. Alle haben verschiedene Charaktereigenschaften. Da ist für jeden was dabei. Der Witzbold, die Zicke, der Macho, etc. Und genauso hasst/ liebt man diese verschiedenen Personen. Der Clou an der Sache: man will trotzdem, dass jeder überlebt.

 

Dies ist der Kern des Spiels. Jeder kann sterben. Und jede Entscheidung kann dazu führen oder hat bestimmte Auswirkungen für die Freunde. Das so genannte "Schmetterlingseffektsystem" funktioniert hier richtig gut. Man überlegt sich drei Mal, ob man z.b. einen Blick in den Rucksack des Freundes wirft oder es lieber lässt. Selbst kleinste Sachen, wie einen Vogel mit einem Schneeball abzuwerfen, könnten Konsequenzen haben. 

 

In den einzelnen Kapiteln gibt es dann noch verschiedene Sachen zu finden. Totems, die gewisse Ereignisse prophezeien, Artikel und Hinweise zum Unbekannten, der die Jugendlichen verfolgt, Informationen zu den beiden verschwundenen Zwillingen und Geheimnisse zu Ereignissen die um 1952 auf dem Berg stattfanden.

 

 

Gameplay

 

Manche Entscheidungen werden über Quicktime-Events umgesetzt. Dieses Spielelement ist ja nicht jedermanns Sache. Aber man sollte hier weniger ein richtiges Spiel erwarten, sondern einen interaktiven Film. Und so empfinde ich es am besten, die Actionpassagen zu bewältigen. 

 

Durchaus ist hier kein kompliziertes Gameplay zu erwarten. Man steuert in den einzelnen Kapiteln die Personen mit dem rechten Analog-Stick und mit dem Linken die Lichtquelle oder die Blickrichtung des zu spielenden Charakters. Aktionen werden mit X getätigt und bei den Quicktime-Events nur zwischen Dreieck, Kreis und Viereck gewechselt. 

 

 

Grafik und Aussehen

 

Dieses Spiel ist wunderschön. Wenn man das erste Mal mit Sam, eine der acht Charaktere, Richtung Seilbahn geht und das Panorama sieht, zerfließen selbst Bob Ross die Augen. Die Details sind hervorragend und sehen toll aus. Der verschneite Berg wirkt einsam und atmosphärisch. Atmosphäre wird hier ohnehin groß geschrieben. Sie ist im Spiel so dicht, das einem jeder Schritt beängstigt, aber gleichzeitig neugierig macht auf das, was kommen mag. Es gibt im Grunde nur vier verschiedene Settings, aber jedes sieht klasse aus und passt so perfekt ineinander. Die Berghütte wirkt einladend und gemütlich, gleichzeitig aber auch beengend und gruselig.

 

Die Charaktermodelle sind ebenfalls richtig gut gelungen. Man erkennt Hayden Panettiere, die Sam spielt, sofort und dank Motion-Capture-Technik sind die Gesichtsausdrücke und Darstellungen der Emotionen so echt wie sie in einem Film nur sein können. 

 

 

Soundtrack 

 

Nach dem Einstieg fängt das eigentliche Spiel mit einem echt stimmigen Song an: "Oh Death" von Amy Van Roekel. Man fühlt sich dadurch gleich in die richtige Stimmung versetzt – als würde gerade deine Lieblingsserie starten. Abseits davon zeigt der Soundtrack nicht viel Besonderes auf. Ein paar Standardsongs, die zur Stimmung passen, aber nicht wirklich in Erinnerung bleiben. 

 

 

Charaktere

 

Nacheinander spielt man in zehn Kapiteln acht verschiedene Personen. Sam, Josh, Chris, Mike, Matt, Jessica, Emily und Ashley. Wie bereits gesagt ist jeder ein bestimmter Klischeecharakter, aber das macht die Sache nur interessanter. Ich würde mal behaupten, dass viele die Zicke gerne sterben lassen würden. So ging es zumindest mir. Aber als ich sie dann spielte, wollte ich so sehr, dass sie überlebt. Ich hatte unglaubliche Angst, dass sie stirbt und wollte alles tun, damit dies nicht passiert. 

 

Sollte dann doch mal jemand das Zeitliche segnen, ärgert einen dies nicht nur, nein, man empfindet so etwas wie Trauer. Kaum ein anderes Spiel hat dies in letzter Zeit bei mir geschafft. 

 

Die Beziehungen untereinander sind auch ein wichtiger Aspekt des Spiels. Sollte man es sich mit einem der anderen verscherzt haben, kommen sie einem nicht zu Hilfe oder sind sogar für das Ableben verantwortlich. Wiederum können sie einen aber auch aus einer misslichen Lage helfen. 

 

 

Meine Meinung

 

Mir gefällt dieses Spiel so sehr. Ich war von der Grafik beeindruckt, habe jeden Charakter zu lieben gelernt und wurde selbst durch den späteren Twist in der Story überrascht. Dieses Spiel zollt so vielen Horrorfilmen Respekt. Besonders "SAW", "The Descent" und "Scream" haben hier viele Einflüsse gehabt. Die kleinen Objekte, die man finden kann, motivieren einen durch Hintergrundinformationen und einem Film zu besonderen Ereignissen. Die Entscheidungen fühlen sich wichtig an und nicht belanglos. Wie schon erwähnt, kann selbst eine Kleinigkeit, wie einen Vogel zu attackieren, schlimme Folgen haben. 

 

Am besten vergleicht man dieses Spiel mit "Heavy Rain" oder "Beyond Two Souls".

 

Ich kann volle Empfehlung für "Until Dawn" geben. Jeder sollte mal dieses Spielerlebnis erfahren. Mal sehen wer bei euch am Ende überlebt hat.



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