Warhammer 40k - ein Name, der bei Fans von Tabletop- und Strategiespielen das Herz höher schlagen lässt. Namen wie Space Marines, Eldar, Tyraniden oder Chaos Marines begeistern bereits seit Ende der 80er Jahre die Gamer-Szene. Sei es eines der Tabletopspiele mit akribisch bemalten Armee-Miniaturen oder eine der zahlreichen Computer- oder Konsolen-Umsetzungen des Kult-Klassikers. Nun hat die Softwareschmiede HeroCraft Ltd. dem Orden der Space Wolfs ein eigenes Spiel gewidmet.

 

Das Spielprinzip

 

Auf dem ersten Blick erscheint das Spiel in einer soliden isometrischen 3D-Perpektive. Der Spieler steuert einen Trupp aus bis zu drei Space Marines der Space Wolves, die in ihren klassischen Powerrüstungen den Einsatz bestreiten. Neben dem Kommandanten, der wie üblich als einziger ohne Helm das Schlachtfeld betritt, hat der Spieler noch die Wahl zwei Fußsoldaten einzusetzen. Je nach Spielfortschritt hat er die Wahl neben der Standardrüstung auch eine leichte Scoutrüstung oder eine mächtige Terminatorenrüstung zu verwenden. Alle Rüstungen haben besondere Vorteile.

 

Anders wie bei dem Genre üblich, bestehen die Spielzüge nicht einfach nur aus Ziehen-Schießen-Sterben. Jede Spielfigur besitzt eine Auswahl von Aktionskarten, von denen er zwei pro Zug einsetzen kann. Je nach Rüstungstyp gibt es Spezialkarten, die nur für diese Rüstung verwendet werden können. Scouts können z.B. Scharfschützegewehre in ihrem Deck haben, Terminatoren können sich u.a. über das Spielfeld teleportien und so dem Gegner mit einem Kettenschwert oder einer Energieaxt bearbeiten.

 

Während die Fußsoldaten ein vorgefertigtes Kartendeck haben, die nur leicht variiert werden können, hat der Spieler die Möglichkeit dem Kommandaten das Deck frei zusammenzustellen. Dabei kommen in guter alter TCG-Manier Karten unterschiedlicher Seltenheit zum Einsatz. Je seltener eine Karte ist, umso effektiver ist sie im Spiel. Es sind bis zu drei Kartendecks möglich, je eins pro Rüstungstyp, auf den der Kommandant zugreifen kann.

 

Je nach Erfolg der gespielten Mission erhält der Spieler neue Karten oder Ressourcen. Mit den Ressourcen können neue Rüstungstypen erworben oder verbessert werden.

 

 

 

Die Atmosphäre

 

Die Welt von Warhammer 40k ist düster und von Krieg geprägt. Das Herrschaftssystem ist feudal und lässt dem Individuum nur wenig Freiheiten. Die Space Marines sind genetisch veränderte Supersoldaten, die in religiösen Orden organisiert sind. Der Imperator wird als Gott verehrt und er hat die absolute Herrschaft über die Menschheit. Ein Teil der Menschheit sind von den dämonischen Chaosgöttern korrumpiert worden und werfen sich bereitwillig in den Tod für ihre dunklen Herren.

 

Tatsächlich findet dieser Hintergrund nur wenig Präsenz in dem Spiel. Die düstere Atmosphäre jedoch ist sehr präsent. Die Grafik ist in dunklen Farben gehalten, selbst wenn man seine Truppen durch Wälder schickt, so wirkt alles auf subtile Art und Weise morbide. Die leicht melancholische Musik unterstützt die ganze Atmosphäre auf angenehme Weise. Das komplette Design nimmt den Spieler gelungen in die Spielwelt.

 

Dazu passt die Story. Bereits am Anfang begegnet man einer großen Anzahl von Chaos Marines und die Missionen sind zwar schaffbar, aber nicht unbedingt einfach. Im Verlauf der Story stoßen andere Ordensangehörige zur Truppe, nur um dann später im Kampf heldenhaft zu fallen. Die Trauer um den Verlust wird in die Story mit aufgenommen, sowie die Rachegelüste der anderen Ordensmitglieder.

 

 

 

PvP

 

Wie jedes gute Game hat auch Space Wolf neben der Kampagne einen PvP-Modus. In diesem Modus kämpft der Spieler mit seinem eigenen Trupp gegen den Trupp eines anderen Spielers. Der Sieger erhält dann anschließend lächerlich wenig Ressourcen. Je öfter man gewinnt, um so mehr Ressourcen erhält man, aber wirklich viel wird es nicht.

 

 

 

Preis-Leistung

 

Jetzt kommen wir zu dem großen Wermutstropfen bei diesem Spiel. Das Spiel selbst ist Free-to-Play und kommt komplett ohne Werbung aus, was das ganze zunächst sympathisch macht. In regelmäßigen Abständen erhält der Spieler kostenlos Ressourcen, die er dazu verwenden kann, seine Kartendecks oder die Rüstungen zu verbessern. Allerdings sind diese Ressourcen sehr knapp bemessen, so dass man gezwungen ist, den einen oder anderen Orden anzulegen, wenn man seine Truppe für die nächste Mission entsprechend fit zu machen. Das ist ja durchaus legitim, da ja auch die Entwickler ihren Kühlschrank füllen möchten. Jedoch bekommt der Spieler nicht wirklich sehr viel für sein Geld. Die Rüstung des Kommandanten zu verbessern, um so mehr Features für den Kampf zu erhalten, kostet bereits von Stufe 2 auf 3 rund 5 €. Pro weiter Stufe erhöht sich der Betrag um ca. 1,80 €. Die Verbesserung der Truppenmitglieder kostet in etwa die Hälfte.

 

Eine neue Rüstung kostet ca. 7,50 € und drei neue zufällige Karten kosten ca. 1,80 €. Auf diese Weise kann man schnell eine Menge Geld für dieses Spiel loswerden.

 

 

Fazit

 

Das Spiel hat in der Tat das Recht den Namen Warhammer 40k zu tragen. Es ist gut, birgt eine Menge Spielspaß und Taktik-Fans kommen voll auf ihre Kosten. Die Story-Line ist richtig schön düster und man kann sich gut in die Warhammer 40k-Welt hineinversetzen. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist jedoch meiner Meinung nach nicht für den deutschen Markt geeignet. Schnell ist man bei einem Betrag, für den man sich auch ein aktuelles Spiel seiner Lieblingskonsole leisten kann. Trotz der schönen Umsetzung kommt Space Wolf aber nicht an ein Konsolenspiel ran. Dieser Umstand gibt ein klares Minus in der Beurteilung. Schade

 

Gesamtbenotung: gut (-)

 

Ich sage: Auf jeden Fall sollte man Space Wolf einmal anspielen. Für Fans des Genres auf jeden Fall empfehlenswert. Ob und wie viel Geld man investieren möchte, sollte jeder selbst entscheiden.

 



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